Das Förderprogramm der Evangelischen Jugend zur Integration von jungen Geflüchteten im Rahmen schulbezogener Jugendarbeit

Integration von jungen Geflüchteten ist eine der großen Herausforderungen unserer Gesellschaft. In den Bildungsbereichen Schule, Kindertagesstätten und Jugendarbeit wird dies besonders deutlich. Zum Beispiel: Wie können Kinder und Jugendliche aus unterschiedlichen Kulturen und Ethnien in die Klassen, in den Unterricht, in Sport und Spiel integriert werden? Wie werden Programme und Unterrichtseinheiten gestaltet, damit sie Anschluss finden und wie können Kinder, die hier aufgewachsen sind, einen offenen und toleranten Umgang lernen?

Ziel ist es, dass die Kinder aus „Flüchtlingsfamilien“ sozialen Anschluss finden, damit sie offen sind für Bildung und die entsprechenden Lerninhalte aufnehmen können. Sie sollen Freunde finden und erfahren: Wir gehören dazu!

Die Evangelische Jugend in Bayern unterstützt mit dem Projekt „Together“ Pädagogen in Schule und Jugendarbeit bei diesen Aufgaben.

Allgemeines

Allgemeines

Die Evangelische Jugend Bayern fördert Seminare zur Integration von jungen Geflüchteten in Schulklassen in allen Schularten.

Die Seminare sollen in der Regel außerschulische, kirchliche Veranstaltungen bis zu drei Unterrichtstagen sein. Die Projekttage sollen dem gegenseitigen Kennenlernen der Menschen und der unterschiedlichen Kulturen dienen und so helfen, Vorurteile abzubauen und offene Begegnung zu ermöglichen. Sie wollen einen Beitrag zur Integration von jungen Geflüchteten und zur Identitätsfindung aller teilnehmenden Kinder und Jugendlichen leisten.

Die Seminare werden in der Regel in Kooperation durchgeführt von z. B. Religionslehrer/innen, Pfarrer/innen, Klassenlehrer/innen mit Mitarbeitenden der evangelischen Jugendarbeit in Bayern. Durch eine Kooperation zwischen den Lehrkräften und den Mitarbeitenden der Evangelischen Jugend, können sich, durch Angebote Interkulturellen und Interreligiösen Lernens, für die Schüler/innen neue Zugänge und Chancen entwickeln. Eine zusätzliche Kooperation mit Partner/innen außerhalb der Schule, insbesondere Verbände junger Migranten (VJM), ist möglich.

Den Grundlagen der evangelischen Jugendarbeit (Freiwilligkeit, Ehrenamtlichkeit und Partizipation) soll bei der Durchführung der Seminare Rechnung getragen werden. Bei der Gestaltung der Seminare ist darauf zu achten, dass sich diese entsprechend deutlich vom schulischen Unterricht unterscheiden.

Fördervoraussetzungen

Fördervoraussetzungen

Antragsberechtigt sind
- die evangelischen regionalen Zentren (Evangelisches Bildungs- und Tagungszentrum Pappenheim, Evangelische Jugendbildungsstätte Neukirchen und das Evangelische Studienzentrum Josefstal) sowie die Gliederungen der evangelischen Jugend in Bayern und ihrer Mitgliedsverbände.

- allgemeinbildende Schulen, beruflichen Schulen und Förderschulen wenn die
Maßnahme in Kooperation mit der Evangelischen Jugend bzw. den evangelischen regionalen Zentren durchgeführt wird. Auch eine Kooperation mit einem weiteren Partner ist anstrebenswert – insbesondere Verbänden junger Migranten(VJM).

Maßnahmen
Gefördert werden Maßnahmen mit Schülerinnen und Schülern aller allgemeinbildenden Schulen, von beruflichen Schulen und Förderschulen. Alle Maßnahmen sind vorher kurz formlos schriftlich zu beantragen (Projektskizze). Ein Antragsformular ist unter "Formulare und Anträge" zu finden.

Bei Maßnahmen, der antragsberechtigten Träger, werden alle Schülerinnen und Schüler einer Klasse gefördert; junge Geflüchtete werden mit einem höheren Zuschussgefördert.

Es gibt keine Jahrgangsbegrenzung. Zuschüsse werden gewährt für Maßnahmen aller Jahrgangsstufen.

Eine Förderung ist nicht möglich bei Maßnahmen, die überwiegend einem touristischen Zweck oder der Erholung dienen, sowie bei Maßnahmen, die innerhalb der Schule stattfinden.

Dauer der Maßnahme/Mindestarbeitszeit
Eine Maßnahme kann 1- 3 Tage dauern. Grundsätzlich gilt je Maßnahmen eine themenbezogene Arbeitszeit von mindestens 6 Stunden (zu je 60 Minuten) pro Tag. An- und Abreisetag werden dabei als ein Arbeitstag gerechnet. Die Unterschreitung der Regelarbeitszeit an einem Tag kann an anderen Tagen ausgeglichen werden. Die maximal anrechenbare Arbeitszeit beträgt dabei 9 Stunden themenbezogene Arbeit pro Tag.

Programmgestaltung und Inhalte
Programmteile, deren Zuordnung zur Arbeitszeit nicht offensichtlich ist, jedoch als solche gewertet werden sollen, sind zu erläutern.
Die Freiwilligkeit der Teilnahme an den Seminaren muss für die Schülerinnen und Schüler erkennbar sein (Einladungsschreiben).
Die Schüler/innen sind nach Möglichkeit an der Vorbereitung und Gestaltung der Seminare zu beteiligen.
Die Maßnahme findet in der Regel unter der Federführung der Evangelischen Jugend bzw. den evangelischen regionalen Zentren statt. Grundsätzlich sollen die Maßnahmen in Kooperation mit den begleitenden Lehrkräften vorbereitet und durchgeführt werden. Nur so ist eine nachhaltige Weiterentwicklung im Schulalltag gewährleistet.

Ort der Maßnahme
Eine nahegelegene Unterbringung ist anzustreben. Gefördert werden Maßnahmen, die innerhalb Bayerns stattfinden. Die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist anzustreben.
Für die Durchführung der Maßnahmen ist es auch denkbar, dass Räumlichkeiten der Kirchengemeinden genutzt werden. Dann sind die Maßnahmen auch ohne Übernachtung möglich. Dies kann im Einzelfall sinnvoll sein, um möglichst vielen jungen Geflüchteten die Teilnahme zu ermöglichen.

Welche Kosten werden übernommen?

Welche Kosten werden übernommen?

Teilnehmende junge Geflüchtete werden zu 100% bezuschusst.

Zu den für eine Veranstaltung der Jugendarbeit angemessenen Gesamtkosten wird bei allen Maßnahmen der Antragsberechtigten Veranstaltern pro Arbeitstag und Teilnehmer/in ein Zuschuss von 9,- Euro für die Schüler/innen ohne Fluchthintergrund gewährt. Maximal wird pro Teilnehmer/in ein Zuschuss von 18,- Euro entsprechend zwei Arbeitstagen gewährt.
Leitungspersonen werden wie Teilnehmer/innen bezuschusst.

Eine zusätzliche Bezuschussung aus anderen Förderprogrammen ist möglich, wenn der von dort erwartete Zuschuss im Antrag angegeben ist.
Der Zuschuss aus diesem Förderprogramm darf nur ausschließlich und zweckgebunden für die geförderte Maßnahme verwendet werden.
Der Zuschuss erfolgt als Anteilsfinanzierung je nach Tagessatz bzw. Prozentsatz, jedoch maximal bis zum Ausgleich des Defizits der Gesamtmaßnahme.

Antragsverfahren

Antragsverfahren

Spätestens 6 Wochen nach Durchführung der jeweiligen Maßnahme sind folgende Unterlagen vollständig einzureichen:

  1. der Antrag auf Formblatt 
  2. eine von den Teilnehmenden ausgefüllte und unterschriebene Teilnahmeliste, aus der die Teilnehmenden mit Fluchthintergrund ersichtlich sind. Die Lehrkräfte bzw. der Antragsteller bestätigt auf Dienstpflicht, dass die Angaben auf der Teilnahmeliste der Wirklichkeit entsprechen.
  3. die Ausschreibung/Einladung zum Seminar bzw. Rundbrief an die Eltern
  4. das Programm, aus dem ersichtlich wird
    - Thema und Zielsetzung der Maßnahme
    - der tatsächliche zeitliche Ablauf
       (Anfangs- und Endzeiten jeder Arbeitseinheit)
    - die jeweiligen Arbeitsthemen und evtl. Teilziele
    - die angewandten Methoden

Das Antragsformular, sowie Vorlagen für die Teilnahmeliste und den Abschlussbericht sind unter "Formulare und Anträge" zu finden.

Die Frist von 6 Wochen gilt als Ausschlussfrist. Später eingereichte Anträge werden nicht berücksichtigt. Die Förderung kann nur im Rahmen der verfügbaren Mittel erfolgen. Auf die Zahlung eines Zuschusses besteht kein Rechtsanspruch.
Für den Fall einer Nachprüfung sind die Originalbelege 10 Jahre beim Antragsteller aufzubewahren.

Formulare und Anträge

Formulare und Anträge

Adressen der regionalen Zentren

Adressen der regionalen Zentren

In den drei regionalen Zentren stehen Ansprechpartner/-innen zur Unterstützung und Kooperation von Maßnahmen zur Verfügung.

Evangelisches Bildungs- und Tagungszentrum Pappenheim
Evangelische Landjugend
Ansprechpartner: Thomas Strauß
Stadtparkstraße 8 - 17
91788 Pappenheim
www.elj.de

Evangelische Jugendbildungsstätte Neukirchen
Ansprechpartner: Martin Kummer
Am Hag 13
96486 Lautertal
www.jugendhaus-neukirchen.de

Evangelisches Studienzentrum Josefstal
Ansprechpartner: Volker Napiletzki
Aurachstr. 5
83727 Schliersee-Josefstal
www.josefstal.de

Kontakt

Projektleitung:
Dorothea Jüngst
Referentin für schulbezogene Jugendarbeit
together[at]ejb.de
0911 4304-280
      Inhaltliche Unterstützung:
Sabine Otterstätter-Schmidt
Referentin für Besinnungstage
together[at]ejb.de
0911 4304-282


Assistenz:
Doris Steiner
Sach- und Antragsbearbeitung
steiner[at]ejb.de
0911 4304-285


Das Projekt "Together - Flüchtlinge brauchen Freunde" wird gefördert von der AG "Wir schaffen Herberge" der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern.