>

27.09.16, 27.09.16 - 09:50 Uhr Uhr

Die Anliegen junger Menschen ernst nehmen

Jugendverbände wurden von der CSU zu einem Gespräch über ihr Grundsatzprogramm eingeladen.

Derzeit arbeitet die CSU an ihrem Grundsatzprogramm, das am Parteitag im November 2016 beschlossen werden soll. Markus Blume, Vorsitzender der CSU-Kommission für Grundsatz-fragen sowie Gerhard Hopp, jugendpolitischer Sprecher luden Vertreterinnen und Vertreter von Jugendverbänden zum einem Gespräch in die CSU Landesleitung nach München ein.

Ziel des Treffens war es, die Überlegungen des 41-seitigen Programms mit „den Experten und Vertretern des vorpolitischen Raums“ zu diskutieren. Von Seiten der Evang. Jugend in Bayern nahmen an dem Gespräch Paula Tiggemann, Mitglied der Landesjugendkammer sowie Ilona Schuhmacher, Referentin für Jugendpolitik teil. Insgesamt waren 11 Vertreterinnen und Vertreter der bayerischen Jugendverbände anwesend.

„Ich finde es schwierig, dass junge Menschen nur als Humankapital zum Erhalt unseres wirtschaftlichen Wohlstands gesehen werden“, bemängelt Paula Tiggemann die aktuelle Entwurfsfassung. Im sogenannten Leitkonzept „Neue Ordnung“ werden in vier Kapiteln Gestaltungsaspekte eines gesellschaftlichen Zusammenlebens thematisiert. Dabei kritisiert die Ehrenamtliche aus Nürnberg, dass junge Menschen hier nur als Arbeitskräfte gesehen werden, die die Renten der älteren Generation absichern sollen. „Schließlich gestalten Kinder und Jugendliche bereits heute dieses Land mit“, so Paula Tiggemann.

Auch für Ilona Schuhmacher ist in dem CSU Entwurf keine Strategie erkennbar, wie junge Menschen ernsthaft in politische Prozesse einbezogen werden sollen. Von politisch Verantwortlichen erhofft sie sich, dass diese „die Anliegen junger Menschen ernst nehmen“. Damit die junge Generation ihre Anliegen und Forderungen durchsetzen kann, braucht es entsprechende Rahmenbedingungen, fordert die Referentin für Jugendpolitik. Als Beispiel nennt sie das von der EJB seit 2004 geforderte Wahlrecht. Demnach sollen Jugendliche ab 14 Jahren in Kommunal-, Landtags- und Bundestagswahlen mitbestimmen dürfen - in anderen Bundesländern wurde die Absenkung des Wahlalters bereits umgesetzt.

Konkret fordern die Vertreterinnen der Evangelischen Jugend in Bayern die CSU Abgeordneten auf, sich für eine Aufnahme von „Demokratieförderung und politischer Jugendbildung sowie einer wirksamen Kinder- und Jugendbeteiligung ins Grundsatzprogramm stark zu machen“. Schließlich sei das bereits im Kinder- und Jugendprogramm der Bayerischen Staatsregierung im Jahr 2013 beschrieben worden.

In dem dreistündigen Gespräch zeigten sich die beiden Landtagsabgeordneten am fachlichen Austausch sehr interessiert. Gerhard Hopp will den jungen Menschen in den Jugendverbänden Mut machen, sich weiterhin für eine gelingende Integration zu engagieren. Das unterstrich auch Markus Blume, der auch Landessynodaler in der Evang.-Luth. Kirche in Bayern ist: „Was uns am Tisch hier absolut eint ist, dass wir uns gegen eine Spaltung der Gesellschaft einsetzen müssen.“ Dazu sei es wichtig, dass jeder nach guten Lösungen sucht und sich nach besten Kräften dafür einsetzt, sagte er zum Abschluss des Gesprächs.


Christina Frey-Scholz
Öffentlichkeitsarbeit
27. September 2016

Zurück