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10.10.16, 10.10.16 - 09:42 Uhr Uhr

Positionen von Jugendlichen müssen in Kirche Gehör finden

Jahresbericht des scheidenden Vorsitzenden

 

„Wenn Kirche nicht das Potential junger Menschen anerkennt, schaut sie bald alt aus“, sagt Patrick Wolf in seinem Jahresbericht. Mit diesem Bericht verabschiedet er sich als Vorsitzender der Landesjugendkammer der Evangelischen Jugend in Bayern. Aus beruflichen Gründen tritt er vorzeitig von seinem Amt zurück.

Schon in seiner Vorstellung als Vorsitzender im Juni 2015 sagte er, als Evangelische Jugend müssten wir häufiger und hörbar protestieren. Diesen Protest, dieses Gespräch gelte es nach wie vor - und wahrscheinlich noch viel intensiver mit Verantwortlichen in unserer Kirche, der Politik und mit zivilgesellschaftlichen Akteuren zu suchen. In seiner Amtszeit war er immer wieder mit Vorwürfen konfrontiert, es gäbe in der Jugendarbeit zu viele Gremien. Um die Strukturen der evangelischen Jugendarbeit verstehen zu können, hält er entgegen, bedarf es einer ernsthaften Auseinandersetzung und des Gesprächs. „Würden die Strukturen nicht funktionieren, wären wohl nicht 15.700 Jugendliche bereit sich zu engagieren“, sagt Patrick  Wolf.

Wenn man versucht, sich mit den Strukturen der Jugendarbeit auseinanderzusetzen, um die Beweggründe junger Menschen nachzuvollziehen, kann man nach seiner Ansicht, zu keiner anderen Erkenntnis kommen, als das die Gremien und deren Beteiligungskultur unabdingbar für das Gelingen von Jugendarbeit ist. Gerade in der Kampagne „Reformation reloaded“ sieht Patrick Wolf genau dieses Mitgestaltungspotential. Immerhin formulierten schon bis heute junge Menschen in 50 Beiträgen, was sie an und in Kirche, Politik und Gesellschaft verändern wollen. „Ich wünsche – nein ich erwarte, dass das auch Gehör findet!“

Deutlich spricht er sich auch dafür aus: „Die Evangelische Jugend auf Landesebene braucht eine starke Geschäftsstelle.“ Immer wieder gäbe es Tendenzen, diese zu begrenzen, doch gehe es auch darum, Ehrenamtliche und Hauptberufliche bei der Ausführung ihrer Aufgaben zu begleiten und fachliche Fortbildungsangebote für sie anzubieten.
„Die Evang.-Luth. Kirche in Bayern tut gut daran, auch weiterhin eine starke Jugendarbeit zu unterstützen!“

Mit seinem Abschlussbericht als Vorsitzender wolle er noch mal zur innerverbandlichen Diskussion beitragen und hofft darauf „Gehör in den kirchenleitenden Organen zu finden. Denn evangelische Jugendarbeit wird auch zukünftig sagen, was sie zu sagen hat, egal ob es Erwachsenen gefällt.“

Christina Frey-Scholz
Öffentlichkeitsarbeit
10. Oktober 2016

Jahresbericht zum Download

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