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15.11.16, 15.11.16 - 17:00 Uhr Uhr

Reformation reloaded: Denkanstoß im November

„Was wirklich wichtig ist im Leben“

Gedanken zu unserer „These des Monats“ im November

Eine Stunde Zeit…
(frei nach einer Überlieferung, die ohne Quellenangabe ihre Runden macht)  

… es war einmal eine junge Frau, Mutter und erfolgreiche Geschäftsfrau. Sie hatte eine kleine Tochter, die jeden Tag sehnsüchtig an der Tür wartete bis ihre Mama endlich von der Arbeit nach Hause kam. „Mama, darf ich dich mal was fragen?“ „Aber sicher“, antwortete die Mutter verwundert. „Wie viel verdienst du eigentlich in der Stunde, wenn du arbeitest?“ Die Mutter wurde ärgerlich: „Das geht dich gar nichts an, kümmere dich um deine Sachen, warum willst du das überhaupt wissen?“ „Einfach nur so, bitte Mama, sag es mir doch“, bettelte das kleine Mädchen verzweifelt. „Na gut“, stöhnte die Mutter genervt, „ich bekomme 80 Euro die Stunde, manchmal auch mehr.“ „Oh“, sagte die Kleine mit hängendem Kopf, „das ist aber ganz schön viel.“
Am nächsten Tag wartete die Kleine wie immer auf ihre Mutter und bat sie – auch wie immer – um das Pausengeld für den nächsten Tag. 5 Euro bekam sie, damit sie sich in der Schule ein warmes Mittagessen kaufen konnte.  Die Tage vergingen und die Mutter freute sich über den gesunden Appetit ihrer Tochter beim Abendessen. „Sie werden so schnell groß“, dachte sie sich und wurde fast ein wenig wehmütig.
Einen Monat nachdem die Kleine den Stundenlohn ihrer Mutter erfragt hatte, wartete sie aufgeregt an der Tür, bis ihre Mutter nach Hause kam. „Mama, kannst du morgen bitte eine Stunde früher nach Hause kommen?“, fragte die Kleine geradeheraus. Die Mutter wurde wütend „Wie stellst du dir das vor? Ich muss arbeiten damit wir uns das teure Leben leisten können. Ich kann nicht einfach eine Stunde früher nach Hause kommen.“ Beruhigend legte die kleine Tochter ihre Hand auf den Arm der Mutter und schaute sie glücklich an. „Hier Mama, ich habe einen Monat lang jeden Mittag nur eine Brezel gegessen und habe 80 Euro gespart. Du musst keine Sorge haben wegen dem Geld, ich kann mir die Stunde mit dir leisten.“
Der Mutter traten die Tränen in die Augen und sie verstand: Das kleine Mädchen wollte nicht immer nur die neusten Spielsachen und die teuersten Klamotten, sondern einfach mal eine Stunde Zeit mit ihrer Mutter, die sie über alles liebte.  

 

Ich wünsche Dir Zeit

Ich wünsche Dir Zeit zu genießen,
um zu erkennen, was dich durchs Leben trägt.
 
Ich wünsche Dir Zeit zu beten,
um innezuhalten in der Hast des Alltags.
 
Ich wünsche Dir Zeit zu träumen,
um die Gedanken zu befreien, die dir wichtig sind.

Nimm Dir Zeit, einen kurzen Moment,
zum Genießen, Beten und Träumen. 

Texte: Ilona Schuhmacher, Amt für evang. Jugendarbei

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