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15.02.17, 15.02.17 - 17:00 Uhr Uhr

Reformation reloaded: Denkanstoß im Februar

Gemeinschaft der Heiligen 

Keiner sieht es mir an.
Ich selber kann es von mir auch kaum glauben.
Nichts, was ich denke, weist darauf hin.
Nichts, was ich tue, qualifiziert mich dafür.
Aber ich bin es. Ich bin ein Heiliger!    

Nein, ich bin nicht größenwahnsinnig; ich nehme nur mal eben das Glaubensbekenntnis ernst. Dort beten wir: „Ich glaube an die heilige christliche Kirche, Gemeinschaft der Heiligen…“. Damit sind nicht die großen steinernen Figuren in unseren Kirchen gemeint. Heilig meint auch nicht, dass alle Menschen in der Kirche besser wären. Wir haben auch unsere Fehler und Schwächen – wie alle anderen auch. Die Gemeinschaft der Heiligen sind alle, die zu Gott gehören – mit allen Fehlern, Schwächen und Stärken. Die Gemeinschaft der Heiligen ist ein ganz bunter Haufen. Man gehört nicht nur dazu, wenn man was zählt oder was zahlt. Martin Luther sagt: „Das weiß ein Kind von sieben Jahren: nämlich die Schäflein, die seine Stimme hören.“ Das ist die Gemeinschaft der Heiligen. Weil ich als Christ zu Gott gehöre, gehöre auch ich zu der Gemeinschaft der Heiligen. In einer Gemeinschaft, in der Gott zu mir steht, so wie ich bin, könnte ich viel lockerer und barmherziger mit meinen Fehlern und denen der Anderen umgehen. Niemand müsste mehr auf die Stärken der Anderen neidisch sein und niemand müsste dem Anderen seine Schwächen vor Augen führen. Das ist für mich wahre Gemeinschaft der Heiligen – ein Ort, an dem Menschen entspannt leben können. Eine Gemeinschaft der Heiligen, die gut tut und Spaß macht – ohne Grenzen, dafür mit Toleranz und Nächstenliebe. Man kann es nicht sehen, aber spüren. Kaum einer kann es von sich glauben. Jeder muss es sich sagen lassen. Immer wieder. Ich bin ein Heiliger - du bist ein/e Heilige/r - wenn wir Gottes Stimme hören.  

Text: Frank Höhle, Evang. Jugend im Dekanat Forchheim

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