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09.03.17, 09.03.17 - 16:35 Uhr Uhr

Hauptberufliche fordern den sofortigen Stopp von Abschiebungen nach Afghanistan und setzen sich für E-Tankstellen an Kirchen ein.

Die Landeskonferenz der Jugendreferent/-innen und Dekanatsjugendpfarrer/-innen der Evang. Jugend in Bayern fand vom 6. bis 9. März in Pappenheim statt. Im politischen Teil der Konferenz am heutigen Donnerstag wurden die beiden Beschlüsse „Sofortige Absetzung der Abschiebungen nach Afghanistan“ und „E-Ladestationen an Kirchen“ verabschiedet.

Aus christlicher, humanitärer und rechtlicher Sicht ist es für uns nicht nachvollziehbar, warum die bayerische Staatsregierung an Sammelabschiebungen nach Afghanistan festhält, heißt es in dem einstimmigen Beschluss der Landeskonferenz. Die Abschiebung in ein Land, in dem sich die Sicherheitslage immer weiter verschlechtert, hat nichts mit christlicher Nächstenliebe und humanitärer Fürsorgepflicht zu tun.
In der Jugendarbeit, in Gemeinden und kirchlichen Einrichtungen gibt es längst intensive Kontakte zu geflüchteten Menschen, auch aus Afghanistan. Aus Kontakten wurden Beziehungen, aus Fremden Freunde! Als Hauptberufliche kennen wir die Ängste und Sorgen, die die angekündigten und teilweise umgesetzten Sammelabschiebungen bei den Geflüchteten auslösen. Viele junge Menschen aus Afghanistan haben in ihrer Heimat Schreckliches erlebt und sind schwer traumatisiert nach Deutschland gekommen. Wir erleben, dass diese jungen Menschen trotz allem bereit sind, ihr Leben in die Hand zu nehmen. Sie lernen unsere Sprache, besuchen die Schule, beginnen eine Ausbildung und engagieren sich im Jugendverband.
Einstimmig fordern die Konferenzteilnehmer den sofortigen Stopp der Abschiebungen nach Afghanistan.

E-Tankstelle Kirche – Bei uns tanken sie auf!
E-Mobilität ist in Verbindung mit Ökostrom die derzeit umweltfreundlichste Form des Individualverkehrs. Damit Jugendliche frühzeitig mit E-Mobilität in Kontakt kommen und als Erwachsene eine komfortable Infrastruktur vorfinden, soll sich die Kirche am Aufbau eines Ladestationen-Netzes beteiligen. Deswegen fordern die Hauptberuflichen ein Programm für E-Ladestationen an Kirchen, Gemeinde- oder Jugendhäusern. Die evangelische Landeskirche soll dies den Kirchengemeinden ermöglichen und sie ermutigen, E-Ladestationen an ihren Gebäuden anzubringen.
Die Umsetzung ist nach Ansicht der Konferenzteilnehmenden vielerorts nicht sehr aufwändig.
In nahezu jedem Dorf gibt es Kirchen, bzw. kirchliche Einrichtungen, die an zentralen Orten stehen, leicht auffindbar sind und Parkmöglichkeiten bieten. Kirchen, Gemeinde- und Jugendhäuser gewinnen durch eine E-Ladestation zusätzliche Attraktivität und Aufmerksamkeit. Photovoltaikanlagen auf kirchlichen Gebäuden finden zudem eine sinnvolle Direktnutzung.

An der Landeskonferenz haben knapp 200 hauptberufliche Jugendreferent/-innen und Dekanatsjugendpfarrer/-innen teilgenommen. Sie stand unter dem Motto „Lust auf Veränderung“.
Dabei ging es darum, gesellschaftliche, private und kirchliche Veränderungsprozesse in den Blick zu nehmen. In der Jugendarbeit wird dies deutlich: Die Kinder und Jugendlichen verbringen immer mehr Zeit in der Schule, im ländlichen Raum sind die Chancen für einen Ausbildungsplatz bzw. zum Studium gering und die Zeiten des ehrenamtlichen Engagements werden somit immer kürzer.
Die Verantwortlichen in der Jugendarbeit sind bereit, Prozesse für Veränderungen aktiv mitzugestalten. Dabei haben sie die Bedürfnisse der jungen Menschen im Blick und möchten attraktive Räume in der kirchlichen Jugendarbeit anbieten.

Christina Frey-Scholz
Presse- und Öffentlichkeitsreferentin
Pappenheim, 9. März 2017

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