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27.06.17, 27.06.17 - 11:17 Uhr Uhr

„Wir wünschen uns eine Kirche, die zur Einheit von Christen steht.“

95 Thesen – Thesenanschlag der Evang. Jugend am 1.7.

Ein Jahr lang posteten Jugendliche ihre Wünsche und Forderungen an die Kirche, aber auch an Politik und Gesellschaft auf der Online-Plattform der Evang. Jugend in Bayern. Insgesamt sind 271 Thesen eingegangen, in einem Abstimmungsprozess wurden 95 Thesen festgelegt. Diese werden am 1. Juli – 1.7.17.17 Uhr – bayernweit in Kirchengemeinden und Dekanaten der Öffentlichkeit vorgestellt.

„Wir wünschen uns eine Kirche, die zur Einheit von Christinnen und Christen steht und den Dialog mit anderen Konfessionen aufrechterhält.“ Diese These stand im Abstimmungsverfahren an erster Stelle, gefolgt von den Thesen: „Wir wünschen uns mehr Anerkennung für ehrenamtliches Engagement“ und „Kinder brauchen Hilfe. Kinderarbeit darf keine Norm sein. Kinderrechte müssen eingehalten werden“.
„Nicht umsonst haben diese Thesen die meisten Abstimmungspunkte erhalten“, bewertet Paula Tiggemann, Vorsitzende der EJB, das Ergebnis, geht es doch um Einheit und Dialog von Kirche und Konfessionen, Anerkennung des Ehrenamts und Kinderrechte. „Das sind Themen, die uns Ehrenamtlichen sehr am Herzen liegen.“

Alle 95 Thesen wurden in 9,5 Themenfelder aufgeteilt: Gerechtigkeit stärken, Friedlich zusammenleben, Gottesdienst feiern, Position beziehen, Vielfalt annehmen, Schöpfung bewahren, BeteiligungsRäume schaffen, Demokratie gestalten, Dialog fördern, Weitblick zeigen. „Die Themenschwerpunkte zeigen, was für uns Jugendliche eine hohe Priorität hat.“

Hallo Kirche!
Viele der Thesen beinhalten Forderungen, wie sich junge Menschen Kirche vorstellen. So sollen beispielsweise Kirchengemeinden für die Ideen Jugendlicher offen sein, Jugendliche wünschen sich eine Kirche, die sich für Arme einsetzt, Pfarrer/-innen brauchen Weiterbildung für Jugendarbeit.
Auch was Gottesdienste betrifft, gibt es viele Wünsche, z.B. „Hallo Kirche, mach doch deine Gottesdienste spannender und kreativer…“
An die Politik gerichtet, soll diese transparenter werden und nicht über die Köpfe junger Menschen hinweg Entscheidungen treffen. „Es reicht nicht aus, die Jugend zu loben und sie nur anzuhören. Die Jugend muss Stimmrecht haben“, so eine These.

„Die Vielfalt dieser Themenschwerpunkte zeigt, dass diese für uns noch lange nicht abgehakt sind“, sagt Paula Tiggemann. „Wir wollen aber auch nicht 95 Jahre warten, bis diese Themen Jahr für Jahr einzeln abgearbeitet werden oder in der Versenkung verschwinden.“ Zukunft von Kirche und Gesellschaft kann nur gelingen, wenn Jugend schon heute aktiv mitgestalten kann, stellt die Vorsitzende klar. Deswegen bringen wir unsere Forderungen auch im Blick auf die Bundes- und Landtags- sowie die Kirchenvorstandswahlen ein. Beharrlich wird die EJB die Umsetzung der Thesen auch nach dem Reformationsjubiläum einfordern.

Thesenanschlag bayernweit

Am 1.7. nachmittags ab 17 Uhr finden bayernweit an unterschiedlichen Orten Aktionen und Veranstaltungen rund um Thesenanschlag und Reformation statt. Bereits am Vormittag, während Landesbischof, Synodalpräsidentin und der Ministerpräsident beim Staatsempfang in Nürnberg sind, sagt die Jugend, was sie von Kirche und Politik erwartet. Nach dem Gottesdienst zum Staatsempfang will die Evang. Jugend in Bayern dem Landesbischof und der Synodalpräsidentin die Thesen persönlich überreichen.
Auf unserer digitalen Landkarte sind alle Jugend-Veranstaltungen der Kirchengemeinden, Dekanate und Verbände abgebildet.


Christina Frey-Scholz
Öffentlichkeitsarbeit
27. Juni 2017

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