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01.07.17, 01.07.17 - 20:38 Uhr Uhr

95 Thesen der Evangelischen Jugend in Bayern

Thesen sollen in der Kirche Gehör finden“

Die Evangelische Jugend übergibt 95 Thesen an Landesbischof Bedford-Strohm. Paula Tiggemann, die Vorsitzende der Evangelischen Jugend in Bayern, überreicht nach dem Gottesdienst in der Nürnberger Sebalduskirche, der im Rahmen des Staatsempfangs stattfand, Landesbischof Bedford-Strohm die 95 Thesen. 

Ein Jahr lang haben Jugendliche die Thesen gesammelt und gepostet. Insgesamt sind 271 Thesen auf der Online-Plattform der Evang. Jugend in Bayern eingegangen. In einem Abstimmungsprozess wurden 95 Thesen festgelegt. Diese wurden nun dem Landesbischof übergeben. Eine Gruppe Jugendlicher und Konfirmanden warteten vor der Sebalduskirche auf den Bischof, um bei der Thesenaktion dabei zu sein.

„Wir wollen, dass unsere Forderungen in der Kirche Gehör finden und umgesetzt werden, sagte zum Beispiel der 19-jährige Marcus, der extra aus Lohr am Main kam. Ines, 23 Jahre aus Nürnberg, geht noch weiter. „Ich erwarte mir, dass auch die Erwachsenenkirche die Thesen kommuniziert und sie lebt.“ So wie die beiden kamen auch andere Jugendliche, um bei dieser Aktion dabei zu sein und deutlich zu machen, dass sie ein Teil des Ganzen sind. 

Der Bischof ist beeindruckt, als er die Jugendlichen mit ihren Plakaten und Forderungen sieht. „Das ist ein junges Bild von Kirche, das wünsche ich mir.“

Gefallen hat ihm die Forderung „Beteiligungsräume schaffen“ und versprach auch einzubringen, dass Jugendliche nicht nur dabei sein, sondern auch beteiligt werden sollen. „Beteiligung junger Menschen ist eines der wichtigsten Aufgaben in unserer Kirche.“

An die Vorsitzende gerichtet sagte der Bischof: „Lasst uns gemeinsam überlegen, wie wir an diesen Thesen weiterarbeiten können.“ 

Martin Luther wäre wahrscheinlich stolz, wenn er die Thesen lesen würde, ist Landesjugendpfarrer Hans-Gerd Bauer überzeugt. Für die meisten Jugendlichen, die sich vor der Sebalduskirche versammelten, ist Luther ein Vorbild: Er hatte Mut, sind sich alle einig. Marcus findet Luther cool, weil er sich getraut hat, alles infrage zu stellen und auch Ines ist überzeugt: „Es braucht Mut, wenn man seine Ziele erreichen will.“

Was fordern die Jugendlichen?

Eine Kirche, die zur Einheit von Christinnen und Christen steht

Anerkennung für ehrenamtliches Engagement

Kinderrechte müssen eingehalten werden.

Kirche soll sich für Arme einsetzen.

Gottesdienste sollen spannender und kreativer werden.

Kirchengemeinden sollen für die Ideen Jugendlicher offen sein.

Jugendliche wollen nicht nur gelobt werden, die Jugend muss Stimmrecht haben.

Gleichberechtigung aller Menschen, Frieden und Gerechtigkeit

„Wir wollen auch nicht 95 Jahre warten, bis alle Themen Jahr für Jahr abgearbeitet werden oder in der Versenkung verschwinden“, fordert Paula Tiggemann. „Zukunft von Kirche und Gesellschaft kann nur gelingen, wenn Jugend schon heute aktiv mitgestalten kann.“ Deswegen bringt die EJB ihre Forderungen auch im Blick auf die Bundes- und Landtags- sowie die Kirchenvorstandswahlen schon jetzt ein.

Alle Thesen und Forderungen sind unter www.ejb.de zu finden.

Christina Frey-Scholz
Öffentlichkeitsarbeit
1. Juli 2017

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