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28.06.12, 28.06.12 - 15:05 Uhr Uhr

Pressemitteilung zur Kampagne "GeRecht"

Aufbruch für Gerechtigkeit

Zum Abschluss der landesweiten Kampagne „GeRecht - Aufbruch für Gerechtigkeit“ hat die Evangelische Jugend in Bayern (EJB) „Anforderungen auf einem Weg in eine gerechte Zukunft“ formuliert. Die Kampagne wird mit einem bunten Fest am 6. Juli um 16 Uhr am Stachus in München beendet.

Fast ein Jahr lang stand das Thema Gerechtigkeit im Mittelpunkt evangelischer Jugendarbeit. Im Oktober wurde die Kampagne in Nürnberg eröffnet. Von da an fanden bayernweit über hundert Aktionen und Veranstaltungen statt. In Bayreuth beispielsweise gingen Jugendliche im Winter für die Bildung baden, in Landshut hielten sie zu Ostern Wache für Gerechtigkeit. In den Dekanaten von Weiden, Würzburg bis Passau wurden Kirchenvertretern und Politikern auf dem „Unbequemen Sofa“ unbequeme Fragen gestellt. Aktionen zu Kinderarmut, Ökologie oder Konsum fanden großen Anklang.

„Die Suche nach Gerechtigkeit ist ein grundsätzliches Thema evangelischer Jugendarbeit“, beschreibt Michael Thiedmann, Vorsitzender der EJB, die Kampagne. Kinder und Jugendliche sollten aber auch ermutigt werden, sich mit Ungerechtigkeiten im privaten Umfeld, in Gesellschaft, Politik und Kirche auseinanderzusetzen und für soziale Verantwortung einzutreten.

„Ungerecht ist, wenn man arbeitet und trotzdem arm ist.“ „Ungerecht sind unser Bildungssystem, Studien- und Kindergartengebühren.“ Jugendliche brachten ihren Unmut über Ungerechtigkeiten, ein. Mit einem Fragenkatalog zu Konsum, Bildung, Ökologie, Geschlechtergerechtigkeit, Finanzen, Armut und Partizipation suchten sie 7 mal 3 Antworten und setzten sich mit möglichen Wegen für eine gerechte Zukunft auseinander. Gerne stellten sich Kirchenvertreter, Bürgermeister oder Politiker diesen Fragen und nahmen auf dem „Unbequemen Sofa“ Platz. Sie lobten das Engagement der Jugendlichen und stimmten der Analyse über die Ungerechtigkeiten zu.

Michael Thiedmann freut sich über die vielfältigen Aktionen und den hohen Zuspruch. Enttäuschend ist für ihn, dass Politiker und Kirchenvertreter die Forderungen und Wünsche der jungen Generation nicht wirklich wahrnehmen. „Im Prinzip beherrschen Wachstum und Stabilisierung von Wachstum politisches Handeln. Gerechtigkeit zu leben heißt aber auch Nachhaltigkeit mitzudenken. Junge Leute wissen längst, dass es so nicht mehr weiter geht, die Kirche muss aufschreien und die Politik endlich handeln", ärgert sich der Vorsitzende.

Der Jugendverband hat nun 7 mal 3 Anforderungen auf einem Weg in eine gerechte Zukunft formuliert. Darin fordern sie unter anderem den konsequenten Ausbau der Ganztagsschule, Verbot von Spekulationen auf Lebensmittel, Einführung der Finanztransaktionssteuer, Erhöhung der Hartz-IV-Sätze und den Ausbau der erneuerbaren Energien. Hartnäckig wird sich die Evangelische Jugend in Bayern auch nach der Kampagne für diese Anforderungen einsetzen.

Christina Frey-Scholz
Öffentlichkeitsarbeit
28. Juni 2012

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