Aus "Woher kommst du?" wird "Wie spät ist es bei dir?"

Guten Morgen, Guten Abend, Gute Nacht – alle diese Begrüßungen waren richtig beim Eröffnungsgottesdienst zur internationalen Jugendbegegnung „Like a tree“. Ursprünglich als mehrwöchige Begegnung in Neuendettelsau geplant, fand „Like a tree“ aufgrund von Corona als einwöchiges Onlineveranstaltung statt. Die Teilnehmenden schalten sich aus verschiedenen Zeitzonen zu und das Programm war entsprechend abgestimmt. Neben den Online-Treffen per Video gab es außerdem Kreativ-Aufgaben für die Teilnehmenden.

Eine Woche lang tauschten sich die Teilnehmenden aus 21 Ländern über Jugendarbeit, Spiritualität und Nachhaltigkeit aus. Für die Evangelische Jugend Bayern waren Lisi Ludwig, Sebastian Hofmann, Luisa Beck (Mitglied im AKIE des Landesjugendkonvents) und Johanna Kluge (Referentin Internationale Jugendarbeit) mit dabei.

Gottfried Rösch von Mission Eine Welt fragte in seiner Begrüßungsansprache, was es braucht, damit wir wie in Psalm 1, Vers 3 beschrieben wie ein Baum gepflanzt sein können (like a tree) und welche Aufgaben sich daraus für Christen in der Welt ergeben.

"It is up to us, where our position in this development will be. This week could help us, to find out about this. Spirituality, sustainability. Youth work. Arts and Music. Enjoy it. And be open for each other and for the Spirit of God."

Nach einer Woche internationaler Jugendbegegnung hieß es nicht mehr "Woher kommst du?", sondern "Wie spät ist es bei dir?".  Zu den verschiedensten Tages- und Nachtzeiten haben sich die Teilnehmenden online zugeschaltet und über die ganze Welt verteilt über kirchliche Jugendarbeit ausgetauscht. "Wenn Jugendliche mitten in der Nacht aufstehen, um an einer der täglichen Zoom-Sessions teilzunehmen, dann ist das schon eine besondere Wertschätzung", sagte Mitorganisatorin Johanna Kluge, Referentin für Internationale Jugendarbeit im AfJ.

In Sessions zu „youth work in Europe“ oder „youth work in Asia“ berichten die Teilnehmenden von ihren eigenen Erfahrungen und Unterschiede, wie Gemeinsamkeiten der verschiedenen Kulturen wurden sichtbar. Die Teilnehmenden aus Ungarn und Bayern berichteten von verschiedenen Aktionen in den Gemeinden bis hin zur Landesebene. Und auch der Landesjugendkonvent war natürlich mit dabei! Einig waren sich alle Teilnehmenden der Session darüber, dass Hauptberufliche für die Jugendarbeit, aber auch für die Gemeinden an sich, unabdingbar sind und sie sich gerne mehr Unterstützung wünschen. Für Malcom aus Singapur ist gemeinsames Essen für die Jugendarbeit besonders wichtig. Auf den Philippinen gibt es so viele unterschiedliche Sprachen und Kulturen, dass interkulturelles Lernen einen besonderen Platz bei Camps einnimmt. Und Robin aus Tansania berichtet von der alle zwei Jahre stattfindenden „Youth consultation“, bei der 1000 Jugendliche und junge Erwachsene (zwischen 13 und 35 Jahren) teilnehmen und mit ihren Bischöfen ins Gespräch kommen. Zum Abschluss der Session "youth work in Asia" war die Frage "Welche Werte und Fähigkeiten brauchen wir in der Jugendarbeit?".  Neben den Präsentationen war Zeit für gemeinsame Spiele, die das Gruppengefühl trotz tausender Kilometer Entfernung wachsen ließen.

Nachhaltigkeit spielt weltweit eine Rolle und im Austausch wurde deutlich, dass Jugendarbeit an vielen Stellen schon einen Beitrag zu den Zielen für nachhaltige Entwicklung der UN (SDGs 2030) leistet. Oft ist aber gar nicht bewusst ist, was schon alles läuft. Die Initiative „Waking the Giant“ des Lutherischen Weltbunds (LWB) soll dazu beitragen, die SDGs mit allen 17 Themenfeldern noch stärker in den Kirchen bewusst zu machen.

Auch wenn die Teilnehmenden nur online miteinander verbunden waren, fiel der Abschied am Ende schwer. Denn trotz aller sprachlichen und kulturellen Unterschiede sind sie zu einer Gruppe zusammengewachsen, haben gemeinsam gelacht, diskutiert, gebastelt und sich als Teil der EINEN Kirche verbunden gefühlt.

Die Internationale Jugendbegegnung "Like a tree" wurde veranstaltet von Mission Eine Welt in Kooperation mit der Evangelischen Jugend in Bayern.

Text: Johanna Kluge und Daniela Schremser