EJB setzt auf Demokratie, Beteiligung & Verantwortung

Jahresschwerpunkte für 2026 sind die Kampagne „Ein JA(hr) für Demokratie“, die Begleitung junger Synodaler und EJB-Prozess, der neue Strukturen für die Zukunft schafft

Die Evangelische Jugend in Bayern (EJB) blickt auf ein ereignisreiches Jahr 2025 zurück und plant für 2026 entscheidende Schritte in der Jugendarbeit. Mit Schwerpunkten auf demokratischer Teilhabe, kirchlicher Mitbestimmung und gesellschaftlicher Verantwortung stellt sich die EJB den kommenden Herausforderungen. Der EJB-Prozess schafft neue Strukturen, um mit klarer Identität und professionellen Strukturen in die Zukunft zu gehen. „Das vergangene Jahr hat gezeigt, wie wichtig es ist, dass junge Menschen ihre Stimme erheben und sich einmischen“, sagt Malte Scholz, Vorsitzender der EJB. „Diese Erfahrung nehmen wir mit ins neue Jahr und setzen mit unseren Themen, Kampagnen und dem internen Reformprozess neue Akzente.“

„Ein JA(hr) für Demokratie“ – Gemeinsam mit jungen Menschen gestalten

Im Mittelpunkt steht die Kampagne „Ein JA(hr) für Demokratie“, die junge Menschen zur aktiven Beteiligung an der Kommunalwahl im März 2026 ermutigt. „Demokratie braucht Menschen, die mitmachen – nicht nur alle sechs Jahre, sondern jeden Tag“, erklärt Scholz. „Beteiligung beginnt vor Ort und jede Stimme zählt. Ob Jugendtreff, Busverbindung oder Sportplatz: In Städten und Gemeinden entscheidet sich, wie wir zusammenleben. Diesen Raum dürfen wir nicht populistischen Kräften überlassen.“

Die EJB setzt dem eine klare Haltung entgegen: „Wir lernen, dass Demokratie anstrengend ist, dass man streiten und kompromissbereit sein muss – aber genau das macht sie stark“, so Scholz. „Populismus verspricht schnelle Lösungen. Echte demokratische Teilhabe bedeutet: zuhören, diskutieren, gemeinsam nach den besten Lösungen suchen.“ Die Kampagne umfasst Informationsveranstaltungen, Workshops und kreative Aktionen, um junge Menschen für demokratische Prozesse zu begeistern. Jugendverbände sind zentrale Orte, an denen junge Menschen Demokratie praktisch erleben: durch Mitbestimmung, selbstorganisierte Projekte und das gemeinsame Ringen um gute Lösungen.

Begleitung junger Synodaler geplant

Ein Erfolg war die EJB-Kampagne #ehrensynode, die den Anteil junger Menschen in der Landessynode auf die vom Lutherischen Weltbund empfohlene Jugendquote von 20 % erhöhen sollte. 34 junge Menschen wurden zu einer Kandidatur motiviert, von denen 27 Personen direkt oder als Stellvertretungen gewählt wurden. „Das macht Mut und zeigt, dass sich etwas bewegt in unserer Kirche“, resümiert Scholz, „aber die 15 % Quote zeigt, dass wir noch nicht am Ziel sind. Jetzt geht es darum, die jungen Synodalen gut zu begleiten“, betont Scholz. „Wir wollen sicherstellen, dass sie wirklich mitgestalten können. Dafür braucht es Vernetzung, Mentoring und den Raum, eigene Themen einzubringen.“ Die EJB wird verstärkt auf die Begleitung und Stärkung junger Synodaler setzen und weiter das Ziel verfolgen, dass mindestens 20 Prozent der Synodalen unter 30 Jahre alt sind und die Themen junger Menschen stärker Gehör finden. „Angesichts der Halbierung von Mitgliedszahlen und Einnahmen braucht die Kirche echte Beteiligung junger Menschen an den Zukunftsentscheidungen – nicht nur Mitdiskussion, sondern Mitentscheidung“, so Scholz. „Die Kampagne war ein wichtiger erster Schritt. Jetzt machen wir die Landessynode zu einem Ort, an dem junge Perspektiven und ihre Themen selbstverständlich sind.“

EJB-Prozess: Neuausrichtung für eine starke Zukunft

Der EJB-Prozess bildet das strategische Fundament für diese Ambitionen. In einem umfassenden Reformprozess erneuert die EJB ihre Strukturen, Kommunikation und Außenwirkung. „Wir wollen unseren Auftrag klarer formulieren und das Wir-Gefühl stärken“, erklärt Scholz. Im Zentrum stehen die Kernwerte: Ehrenamtlichkeit, Freiwilligkeit, Partizipation und Wertebildung. „Der EJB-Prozess ist eine Investition in unsere Zukunft“, betont Scholz. „Wir schaffen Rahmenbedingungen, damit unser Ziel – junge Menschen zu begleiten und zu stärken – besser gelingt.“ Konkret bedeutet das: verbesserte Kommunikationsstrukturen zwischen Landesebene und Dekanaten, klarere Profile der verschiedenen Arbeitsfelder und eine gestärkte Identität nach innen und außen. „Wir wollen, dass junge Menschen wissen: Die Evangelische Jugend ist ein Ort, an dem ich willkommen bin, mich einbringen kann und gemeinsam mit anderen etwas bewege“, so Scholz.

Auch international und friedensethisch bleibt die EJB aktiv: Die Arbeitsfelder Frieden und Internationales Engagement setzen auf Friedensbildung, internationale Gerechtigkeit und verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen. „In einer Zeit, die von Unsicherheit und Spaltung geprägt ist, setzen wir auf die Kraft junger Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren, die für Frieden eintreten und die Verantwortung übernehmen“, resümiert Scholz. „Ob in der Jugendgruppe vor Ort, in internationalen Begegnungen oder in der politischen Debatte – junge Menschen zeigen jeden Tag, dass Zusammenhalt, Solidarität und friedliches Miteinander keine leeren Worte sind, sondern gelebte Praxis. Diese Hoffnung tragen wir ins neue Jahr: Gemeinsam können wir eine Zukunft gestalten, die gerecht, lebendig und menschlich ist.“

Kontakt
Patrick Wolf
Referent #Kommunikation #Öffentlichkeitsarbeit #ejb
mobil 0152 04137185
patrick.wolf[at]elkb.de

Über die Evangelische Jugend in Bayern (EJB)

Die Evangelische Jugend in Bayern (EJB) ist der Dachverband der Evangelischen Gemeindejugend und folgender sechs Mitgliedsverbände: Christlicher Jugendbund in Bayern (CJB), Christlicher Verein Junger Menschen (CVJM), Evangelische Jugendsozialarbeit Bayern e. V. (EJSA), Evangelische Landjugend Bayern (ELJ), Jugendverband „Entschieden für Christus“ (EC) und Verband christlicher Pfadfinder*innen (VCP). Das gemeinsame Ziel ihrer Arbeit besteht darin, als mündige und tätige Gemeinde Jesu Christi das Evangelium von Jesus Christus den jungen Menschen in ihrer Lebenswirklichkeit zu bezeugen.

Die EJB erreicht mehr als 250.000 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit ihren Angeboten. Die 17.500 ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen engagieren sich dabei in den 3.000 regelmäßig stattfindenden Gruppen und/oder bei über 6.000 Angeboten und Aktionen: Sie leiten Kinder- und Jugendgruppen, organisieren Freizeiten, helfen in Konficamps oder in Schüler:innen-Treffs, organisieren Jugendgottesdienste und übernehmen Verantwortung in den Gremien der EJB, wo sie u. a. kirchen- und gesellschaftspolitisch aktiv sind. Dadurch machen sie evangelische Jugendarbeit lebendig, wahrnehmbar und abwechslungsreich.

Foto: EJB - Daniela Schremser