Farbiger Stoff, aber noch kein Shirt - Ziel knapp verpasst

Ein T-Shirt legt etwa 35.000 km zurück, bis es in unserem Kleiderschrank landet. Mehr als 125 Ehrenamtliche und Hauptberufliche der Evangelischen Jugend in Bayern, Konfigruppen, Schulklassen und Freunde aus den Partnerkirchen waren dem Aufruf "Go Liefairkette" gefolgt. Vom 10. bis 31. Juli haben Teilnehmende aus ganz Bayern drei Wochen lang Kilometer gesammelt, um die Strecke eines T-Shirts gemeinsam nachzulaufen, zu radeln oder anders zu ersporteln. Damit wollten sie auf die Arbeitsumstände in der Produktions- und Lieferkette aufmerksam machen und einsichtbares Zeichen für die Einführung eines starken Lieferkettengesetzes setzen.

Online konnten die Sportler_innen die gelaufenen Kilometer eintragen und sich über den aktuellen Stand informieren. Bis zum Ende des Aktionszeitraums kamen

23.183,3 km

 

zusammen. Damit wurde das Ziel von 35.000 Kilometern zwar nicht erreicht, aber es macht deutlich, wie schwer es ist, den Weg eines T-Shirts „nachzulaufen“.

Die Baumwolle für das symbolische T-Shirt ist geerntet (USA), das Garn gesponnen (China), der Stoff gewebt (Taiwan). Das Liefairketten-T-Shirt in unserem Beispiel befindet sich aktuell in Indien zum Färben. Bis wir es in Deutschland kaufen können, fehlen also noch knapp 12.000 km!

„Mir ist bewusst geworden, wie lange ein T-Shirt unterwegs ist“, reflektiert eine Teilnehmende. Das ist für viele Grund genug, auf nachhaltigen Konsum zu achten. Doch darüber hinaus wird sich die Evangelische Jugend auch weiterhin für ein wirksames Lieferkettengesetz starkmachen. Auf der Website zur Aktion www.ejb.de/liefairkette gibt es weitere Infos zum Lieferkettengesetz und eine Übersicht über die Stationen, die ein T-Shirt von der Baumwollernte bis in den deutschen Kleiderschrank durchläuft.

Text: Johanna Kluge, Referentin für Internationale Arbeit