Gottfried Schlee

Ein stiller, aber hochmotivierter Begleiter der Jugendarbeit hat uns plötzlich und unerwartet verlassen. Wir sind fassungslos und traurig.

Gottfried Schlee war 16 Jahre Dekanatsjugendpfarrer für das Dekanat Bamberg. Als Vertretung für die Dekantsjugendpfarrer_innen wurde er in die Landesjugendkammer der Evang. Jugend in Bayern gewählt. Da er im August die Stelle nach Langenfeld/Ullenstadt wechselte, wurde er im Dezember im Rahmen der Vollversammlung von der Landesjugendkammer verabschiedet. Es war ein herzlicher und warmer Abschied.

Gottfried Schlee war der wohl zuverlässigste Vertreter, der in den acht Jahren seiner Delegation nur ein einziges Mal gefehlt hatte. Das hat Eindruck hinterlassen.

Besonders seine ruhige und besonnene Art hat ihn ausgezeichnet. So war er in hitzigen Diskussionen durchaus ausgleichend und moderierend. Gottfried Schlee wusste sehr gut, was junge Menschen brauchen und was ihnen wichtig ist, dafür setzte er sich ein und brachte es kurz und bündig auf den Punkt. Nicht nur als Dekanatsjugendpfarrer, auch aus seiner Person heraus, hatte er stets einen besonderen Blick auf die Jugendarbeit. Ursprünglich wollte er Teilchen- und Atomphysik studieren, entschied sich jedoch aus praktischen Gründen – ganz wie es seine Art war – für Elektrotechnik. Weil ihm dies aber zu verschult war und sein Herz schon immer für kirchliche und theologische Fragestellungen schlug, entschied er sich für das Theologiestudium. Seine zweite Leidenschaft war die Musik - aktiv und passiv. Damit traf er wiederum den Nerv der Jugendarbeit.

Sein freundliches Wesen und die zugewandte Art, die er seinem Gegenüber entgegenbrachte, tat einfach jedem gut. Mit ihm hat die Jugendarbeit einen zuverlässigen Begleiter und liebevollen Menschen, der mit all seiner Erfahrung und mit ganzem Herzen Evangelische Jugend mitgestaltet hat, verloren. Wir sind bestürzt und sagen Danke, Gottfried.

Christina Frey-Scholz
Öffentlichkeitsarbeit
19. Dezember 2019