Die neue Ausgabe der zett, Zeitung für evangelische Jugendarbeit in Bayern, widmet sich dem Thema „Handeln aus der Hoffnung – Jugend bewegt Gesellschaft“. Im Fokus steht die Frage, warum sich junge Menschen engagieren – und was sie davon abhält.
Die Dezember/Januar-Ausgabe zeigt: Jugendliches Engagement ist ein zentraler Baustein kirchlicher Arbeit. Doch während sich manche Jugendliche intensiv einbringen, ziehen sich andere zurück. Aktuelle Studien belegen, dass Engagement dort entsteht, wo Jugendliche sich gesehen und gehört fühlen. Besonders Themen wie Klimagerechtigkeit, Diversität und soziale Verantwortung sprechen junge Menschen an. „Engagement und Hoffnung hängen eng zusammen: Wenn ich spüre, dass mein Handeln Wirkung zeigt, gewinne ich Vertrauen in die eigene Zukunft und in meine Umwelt, in die demokratische Gesellschaft“, schreibt Philipp Bäumer, Dekanatsjugendpfarrer der Evangelischen Jugend München, in seinem Leitartikel.
Wenn junge Menschen aus einer Hoffnung handeln, bewegen sie Gesellschaft. Darüber berichtet David Meyer, seit 2019 bei Fridays for Future aktiv, im Interview: Während die Bewegung anfangs überall präsent war, ist das Thema heute aus dem Rampenlicht gerückt. „Die größte Herausforderung ist es, neue Menschen für ein längerfristiges Engagement zu gewinnen“, so der 25-jährige Student. Hoffnung geben ihm die Menschen innerhalb der Bewegung und die Erkenntnis: „Ich merke, dass ich nicht allein bin. Es gibt so viele junge Menschen, die dieselbe Vision teilen. Diese Gemeinschaft trägt – selbst in schwierigen Zeiten.“
Diakonie-Vorstand: „Hoffnung weist über die Situation hinaus“
In einem weiteren Artikel erläutert Philipp Feichtenbeiner, Vorstand Wirtschaft der Diakonie Bayern, seine Perspektive auf jugendliches Engagement: „'Handeln aus der Hoffnung' heißt für mich, dass wir nicht nur reagieren – also helfen, wenn Not sichtbar vor uns liegt. Es bedeutet, dass wir mit dem festen Glauben handeln und aktiv werden, dass Veränderung möglich ist.“ Feichtenbeiner berichtet von wachsender Bereitschaft junger Menschen, sich einzubringen – etwa bei Projekten für Geflüchtete. Dabei entstünden oft echte Beziehungen und ein Bewusstsein für soziale Ungerechtigkeiten. Um dieses Engagement nachhaltig zu fördern, brauche es gute Strukturen, Anerkennung und ein solidarisches Grundverständnis in Gesellschaft und Kirche.
Warum sich junge Menschen engagieren oder nicht, thematisiert Sabine Otterstätter-Schmidt, Referentin für Ehrenamt bei der EJB, in ihrem Beitrag. Sie analysiert die Hürden jugendlichen Engagements: Zeitdruck durch Schule und Ausbildung, fehlende Orientierung und die frustrierende Erfahrung, dass politische Prozesse träge oder intransparent erscheinen, können zu Rückzug führen. Die Expertin fordert: „Wir müssen Räume schaffen, in denen Jugendliche mitgestalten. Beteiligung darf nicht punktuell geschehen, sondern muss strukturell verankert sein.“ Wer nur als „Feigenblatt“ oder zur Quotenerfüllung herhalten müsse, springe ab. Entscheidend sei, dass junge Menschen erleben, dass ihr Engagement tatsächlich Wirkung zeigt.
Weitere Themen der Ausgabe
- Jugendsynodale blicken zurück: Kilian Deyerl, Julia Fuchs und Jan Götz reflektieren ihre sechsjährige Amtszeit in der Landesynode der Evang.-Luth. Kirche in Bayern
- Nachhaltigkeit konkret: Miriam Nosper, Nachhaltigkeitsmanagerin in der Modebranche, gibt praktische Tipps für nachhaltigen Umgang mit Kleidung
- Kampagne für Demokratie: EJB und BDKJ Bayern starten „Ein JA(hr) für Demokratie“ mit kostenlosen Methodensammlungen
- EJB-Prozess: Geschichtsträchtige Vollversammlung der Landesjugendkammer befasst sich mit der Neugestaltung der Ordnung der Evangelischen Jugend
Die zett erscheint viermal im Jahr und richtet sich an Haupt- und Ehrenamtliche in der evangelischen Jugendarbeit. Die nächste Ausgabe erscheint im Februar 2026.
Patrick Wolf
Referent #Kommunikation #Öffentlichkeitsarbeit #ejb
