Jugendkirchen aus Sicht der Beteiligten

Vorstellung der Jugendkirchen-Studie

Seit 15 Jahren gibt es in Bayern sogenannte Jugendkirchen. Nun wurde diese Arbeit in einer Studie untersucht.
Die Anfänge der bayerischen Jugendkirchen gehen in das Jahr 2005 zurück. Erstmals wurde in diesem Jahr in den Dekanatsjugendkammern von Nürnberg und München über Ideen und Konzepte von Jugendkirchenarbeit in Bayern diskutiert. Zeitgleich gründete sich in Neuendettelsau die Nikolai Youth Church, die Jugendgemeinde der Ortsgemeinde St. Nikolai.

15 Jahre später existiert in der bayerischen Landeskirche ein Netzwerk mit sieben Jugendkirchen-Projekten, die das Gemeinsame der Jugendkirchenarbeit in Bayern festhalten:

  • Aus dem Jugendkeller in die Kirche: Jugendarbeit geschieht nicht in den unattraktiven Räumen am Rande, sondern an einem zentralen oder besonderen Ort von Kirche - das bedeutet Jugendlichen etwas.
  • Jugendkirchen sind so etwas wie ein spirituelles Jugendzentrum in einer Kirche.
  • Evangelische Jugendarbeit ist ein Angebot in einer Gemeinde. Das Neue bzw. Andere ist: Jugendliche erleben jetzt, dass sie selber Gemeinde sind und gestalten können.
  • In allen Jugendkirchen, unabhängig von ihren unterschiedlichen Konzepten, werden Ästhetik und jugendkulturelle Ausdrucksformen ernst genommen und die Beteiligung, Mitwirkung und Partizipation in besonderen Formen gelebt.
  • Gottesdienstliches Handeln ist in unterschiedlichsten Formen ein integrierter Bestandteil dieser Form von evangelischer Jugendarbeit.

Jugendkirche aus Sicht der Beteiligten

Nun wurde die Arbeit der Jugendkirchen in einer Studie des Instituts für Praxisforschung und Evaluation an der Evangelischen Hochschule Nürnberg im Auftrag der Evang.-Luth. Kirche in Bayern in Zusammenarbeit mit dem Amt für evangelische Jugendarbeit untersucht.

Die Studie „Jugendkirche aus Sicht der Beteiligten“ zeigt unter anderem: Jugendliche schätzen an dieser Form kirchlicher Arbeit insbesondere, dass sie eine Gemeinschaft erleben, in der ihre Altersgruppe im Zentrum steht und sie in diesem Rahmen Erfahrungen mit dem Glauben machen können. Weiterhin zeigt sich, dass das Format Jugendkirche eine ideale Möglichkeit für Konfirmandinnen und Konfirmanden darstellt, auch nach der Konfirmationsfeier ihren Platz in der Kirche zu finden.

Gerade vor dem Hintergrund aktueller Diskussionen über die Abwanderung junger Menschen aus den Kirchen (Freiburger Studie) stellt sich die Frage nach Formen jugendgemäßer kirchlicher Angebote nach wie vor in hohem Maße. „Die Jugendkirchenarbeit kann dabei als eine Art Forschungslabor kirchlicher Jugendarbeit weiterhin einen bedeutsamen Beitrag leisten“, so Landesjugendpfarrer Tobias Fritsche.

Christina Frey-Scholz
Öffentlichkeitsarbeit
9. November 2020