Mach mal Pause

Endlich, die ersten Schneeflocken – unsere Sehnsucht, weiße Weihnachten. „Still und starr ruht der See...“ heißt es im beliebten Weihnachtslied. Schneebedeckt das Land und wir wünschen, alles möge jetzt ruhig werden: Rückzug von der Geschäftigkeit, vom Reagieren müssen auf Ereignisse. Rückzug schon früh am Tag, in die warme Wohnung und bei Kerzenschein Tee trinken, Plätzchen essen, endlich Zeit haben, denn es wird ja schon früh dunkel.

Ja, so denken wir jedes Jahr aufs Neue, so müsste doch die Weihnachtszeit sein.

Was für ein Irrtum, jedes Jahr auf‘s Neue! Advent, Weihnachten, Neujahr. Und keine Zeit für Stille und Ruhe. Und doch wünschen wir uns eine Pause, in der der Schnee leise rieselt und wir einfach nur da sind und dieses Schauspiel in Ruhe betrachten können.

Es ist Winter, die Natur ist auf dem Rückzug, sammelt all ihre Kraft, um im Frühjahr wieder auszutreiben und zu blühen. Ohne diese Pause würden die Blüten im nächsten Jahr gefährdet sein. Ebenso wäre ein Musikstück ohne Pausen und sei es nur für jeweils einzelne Stimmen, unerträglicher Lärm.

Ist nicht auch für uns so eine Ruhezeit wichtig? Ich denke dabei an Jesus, als er zu seinen Jüngern sagte: „Geht ihr allein an eine einsame Stätte und ruht ein wenig.“ (Markus 6, 31) Eine Zeit anstrengender Tätigkeiten lag hinter den Jüngern. Da wollte Jesus sie in die Stille bringen, damit sie neue Kraft tanken können.

Vielleicht sollten wir uns das auch vor Augen führen: Wir brauchen Pausen, um neue Kraft zu schöpfen.

Gaby Bruhns
Stellvertretung des Landesjugendpfarrers