Nürnberg/Neukirchen, 02.07.2026 – Mit einem Konzept, das es in dieser Form in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern (ELKB) noch nicht gegeben hat, startet an diesem Wochenende die „KonfiCon(vention)“ an der Evangelischen Jugendbildungsstätte (Jubi) Neukirchen (Landkreis Coburg in Oberfranken). Fünf Tage lang, von Mittwoch bis Sonntag, verwandelt sich das Gelände rund um die Jubi in ein Camp aus 43 Zelten. Den Auftakt macht an diesem Wochenende eine Gruppe von 170 Konfirmand:innen aus den Dekanaten Münchberg, Donau-Ries und Würzburg. Die Infrastruktur und das Rahmenprogramm gestalten dabei rund 20 ehrenamtliche Camp-Teamer:innen aus ganz Bayern. Zwei weitere Durchgänge folgen im Juli.
In diesem Jahr findet das Format an drei Terminen mit rund 500 Konfirmand:innen, Teamer:innen und Hauptberuflichen statt. Initiiert wurde das Camp von Konfi-Lab – der Fach- und Servicestelle für Konfi-Arbeit in der ELKB – in einer Kooperation mit der Evangelischen Jugend in Bayern (EJB) und der Evangelischen Jugendbildungsstätte Neukirchen.
„Mit ‚KonfiCon‘ ermöglichen wir jungen Menschen ein Camp-Erlebnis, das es so in Nordbayern bislang nicht gab“, sagt Stefan Ludwig, pädagogischer Leiter und Geschäftsführer an der Jubi Neukirchen. „Wir bringen Gemeinden, Regionen und Dekanate zusammen, die bisher keinen eigenen Zugang zu einem großen Konfi-Camp hatten – und schaffen dabei bewusst keinen starren Rahmen, sondern ein Angebot, das gemeinsam mit den Beteiligten wächst.“ Benedikt Vogt, Projektleiter des Konfi-Camps und Referent der EJB-Geschäftsstelle in der Wirkstatt evangelisch ergänzt, dass Konfis verschiedene christlich-spirituelle Formen erleben. „Durch die vielfältigen Impulse im Programm und die ganz unterschiedlichen geistlichen Prägungen der Teamer:innen entdecken die jungen Menschen Aspekte des Glaubens, die ihnen zu Hause vielleicht noch nicht begegnet sind – und entwickeln dabei ganz nebenbei ihre eigene Sprachfähigkeit im Glauben.“
Ein neues Angebot für Nordbayern
„KonfiCon“ richtet sich in erster Linie an Gemeinden, Regionen und Dekanate in Nordbayern, die bislang keine eigene Beteiligungsmöglichkeit an einem großen KonfiCamp hatten. Das Projekt versteht sich dabei nicht als Konkurrenz, sondern als Ergänzung zu bereits etablierten Angeboten wie dem „KonfiCastle“ des CVJM Bayern oder dekanatlich getragenen Camps – und schafft dort ein Angebot, wo der Bedarf bislang ungedeckt war. Konzeptionell setzt „KonfiCon“ auf ein subjekt- und lebensweltorientiertes Erfahrungsfeld: In Zeltdörfern, Gemeindephasen, einem gemeinsamen Rahmenprogramm und Andachten sollen junge Menschen Spiritualität, Gemeinschaft und inhaltliche Orientierung erleben. „Konfi-Arbeit ist oft der letzte große Kontaktpunkt, den viele junge Menschen mit ihrer Kirchengemeinde haben“, sagt Andrea Heußner, Kirchenrätin im Landeskirchenamt der ELKB und zuständig für Konfiarbeit. „Deshalb lohnt es sich, in Formate zu investieren, die diese Zeit prägend und beteiligungsorientiert gestalten – gerade dort, wo Gemeinden durch Fusionen und Regionalisierung neue Wege brauchen, um Konfi-Arbeit gemeinsam zu stemmen.“
Fünf Tage mit klarem roten Faden
Das Programm ist so angelegt, dass die eigene Konfi-Gruppe über die gesamte Zeit die feste Bezugsgröße bleibt, eingebettet in ein großes gemeinsames Camp-Erlebnis. Jeder Tag steht unter einem eigenen inhaltlichen Fokus: die Gruppen starten mit einer Präventionseinheit zur Stärkung der Selbstwahrnehmung, bevor an den Folgetagen das Gemeinsame und der Glauben im Mittelpunkt stehen. Zum Einsatz kommt dabei auch der Konfi-Guide KONTRUST, der nicht nur Begleiter während des Camps ist, sondern auch Impulse für die Konfizeit in den Dekanaten und Gemeinden gibt. Der Tagesablauf am Camp verbindet feste Programmpunkte mit freien Zeiten: Morgenimpulse in der eigenen Gruppe, Workshops und Spielangebote am Nachmittag sowie Abendprogramme mit wechselnden Formaten wie einem Entdecker:innen-Spiel zur Arche Noah oder dem Motto „Vom Ich zum Wir“. Feste Bestandteile jedes Abends sind eine gemeinsame Abendandacht sowie ein offenes Nachtcafé zum Austausch. Höhepunkt ist der Abschlussgottesdienst am Samstagabend mit Band und Abendmahl. Für die Teilnehmenden kostet das fünftägige Camp inklusive Verpflegung und Unterkunft 149 Euro pro Person.
Ausblick
Nach der ersten Durchführungsphase 2026 soll „KonfiCon“ 2027 mit drei weiteren Durchgängen fortgesetzt werden. Beide Jahre gelten als ein gemeinsames Projekt, das anschließend evaluiert wird. Ziel ist es, dass sich das Camp langfristig etabliert und Verantwortliche vor Ort – in Kooperation mit der Jugendbildungsstätte Neukirchen – künftig selbst weiterführen können.
Kontakt
Patrick Wolf
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E-Mail: patrick.wolf[at]elkb.de
Über die Wirkstatt evangelisch
Die Wirkstatt evangelisch für Kirchen- und Gemeindeentwicklung ist seit 2025 der Zusammenschluss von drei Fachstellen (Amt für Gemeindedienst, Amt für Jugendarbeit, Gemeindeakademie). Sie ist eine rechtlich unselbstständige Facheinrichtung in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. Als Netzwerk, Ideenwerkstatt und Impulsgeberin will sie Kompetenzen bündeln, Impulse setzen, passgenaue Angebote entwickeln und Seismograf bleiben für Themen und Entwicklungen in Kirche und Gesellschaft – das ist der Auftrag der Einrichtung mit gebündelten Ressourcen, kurzen Wegen und stärkerer Sichtbarkeit nach außen.
Die Wirkstatt evangelisch unterstützt ehrenamtliche und hauptberufliche Mitarbeitende, Kirchengemeinden und Dekanate dabei, ihre Arbeitsformen so zu gestalten, dass Menschen in ihren heutigen Lebensfragen Zugang zur Liebe Gottes finden. Die Wirkstatt schafft Räume der Begegnung, des Austauschs und der Innovation.