Olympia mit schlechtem Gewissen

Ein Kommentar von Holger Peter

Ich gebe zu, ich habe ein schlechtes Gewissen. Aber Wintersport hat mich schon immer fasziniert. Und darum schaue ich zu, wie Biathleten oder Skifahrer auf Kunstschnee inmitten einer kahlen Wüstenlandschaft um Medaillen kämpfen. In einem Land, in dem Journalistenkollegen und -kolleginnen massiv und teils sogar unter Anwendung von Gewalt an der Berufsausübung gehindert werden.

Hauptsache die Millionen fließen

Unter der schützenden Hand des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), dessen Präsident Thomas Bach bedauerlicherweise auch noch in Franken beheimatet ist und seit Jahren beharrlich wegschaut, wenn in Gastgeberländern Menschenrechte offensichtlich missachtet werden – Hauptsache, die Millionen an das IOC fließen.

Rolle der Konsumenten?

Genauso verhält sich die FIFA bei der Vergabe von Fußball-Weltmeisterschaften. Ökologische Vernunft wird da ebenso über Bord geworfen wie jeglicher Hauch von Humanität. Die einzige logische Konsequenz wäre ein Boykott. Die Sportlerinnen und Sportler, die von solchen Großevents leben, werden das wohl nie hinbekommen. Vielleicht können es aber immer wir Fans tun, in unserer Rolle als Konsumenten. Ob man die Weltverbände zum Umdenken bringen kann, ist fraglich. Aber zumindest kann man sich selbst noch im Spiegel anschauen. Ich zumindest habe bei www.boycott-qatar.de unterzeichnet.

Holger Peter
ej-sport
Coach der Fußballmannschaft in St. Paul Fürth

Gegen eine WM in Katar

Die Evangelische Jugend in Bayern (EJB) hat sich schon 2015 in einem Beschluss gegen eine Fußballweltmeisterschaft in Katar ausgesprochen. "Katar ist ein Land, in dem Menschenrechte verletzt werden und Wertvorstellungen in einem deutlichen Widerspruch zu den unseren und denen des deutschen Fußballs – wie Gerechtigkeit, Fairness und Toleranz – stehen", begründet die EJB ihre Beschluss. Sie fordert deshalb den Deutschen Fußball-Bund e.V. dazu auf, die deutsche Nationalmannschaft zu o. g. Weltmeisterschaft nicht zu ent-
senden.

Lieferkettengesetz

Die EJB macht sich für das Lieferkettengesetz stark und hat in einer Gemeinschaftsaktion versucht, den Weg eines T-Shirts - 35.000 km - vom Anbaugebiet der Baumwolle bis in den Laden zu laufen. Informationen zu der Aktion und zum Lieferkettengesetz

Aus www.zettmagazin.de