Reformprozess zur Stärkung der evang. Jugendarbeit

Bei der Vollversammlung am Wochenende in Nürnberg regt die Landesjugendkammer der Evang. Jugend in Bayern einen Reformprozess zur Stärkung evangelischer Jugendarbeit an.

Der Jugendverband wird aufgefordert, sich auf allen Ebenen mit Zukunftsfragen evangelischer Jugendarbeit auseinanderzusetzen. Dabei geht es um verbandsinterne Arbeitsweisen, eine Evaluation der inhaltlichen Strategien sowie um Aufgaben und Schwerpunkte der Jugendarbeit.

Die Evangelische Jugend hat sich bereits intensiv mit dem Reformprozess Profil und Konzentration (PuK) der Landeskirche auseinandergesetzt. Seit etwa einem Jahr arbeiten die PuK-Jugendbotschafter_innen mit Ehrenamtlichen vor Ort an diesem Prozess. Nun will die Landesjugendkammer sich den drängenden Zukunftsfragen der Jugendarbeit stellen. Dabei soll die aktuelle Lebenswirklichkeit junger Menschen sowie Erkenntnisse aus Studien, wie auch der ELKB-Jugendarbeitsstudie, in den Blick genommen werden. Das Schwerpunktthema „Weitergabe des christlichen Glaubens an die nächste Generation“ - von der Landessynode in diesem Frühjahr beschlossen – wird für den gesamten Prozess leitend sein.

Für die Delegierten in der Landesjugendkammer ist es selbstverständlich, dass so ein Veränderungsweg nur mit allen Akteuren – Ehrenamtlichen und Hauptberuflichen - gestaltet werden kann. Die Vorsitzende Paula Tiggemann ist überzeugt, dass dieser Prozess zur Stärkung evangelischer Jugendarbeit beitragen wird. Doch werden die Umsetzungen auch Folgen für personelle und finanzielle Entscheidungen haben. „Gelingende und konstante Jugendarbeit braucht Begleitung und Qualifizierung durch Hauptberufliche. Dies müsse im Landesstellenplan berücksichtigt werden“, fordert sie.

Jahresbericht der Vorsitzenden
Paula Tiggemann hebt in ihrem Bericht, den sie an diesem Wochenende eingebracht hat, die gute Zusammenarbeit zwischen Landeskirchenrat, Landessynode und Jugendverband hervor. „Nur zusammen können wir die Zukunftsfähigkeit unserer Kirche und Gesellschaft gewährleisten.“ Bei der Kirchenvorstandswahl im Oktober 2018 hat Kirche bereits gute Erfahrungen mit dem Wahlrecht ab 14 Jahren gemacht. So waren die jüngsten Wahlberechtigten zugleich die stärkste Wählergruppe. Deswegen ist es für die Vorsitzende unerklärlich, dass bei politischen Wahlen die Altersbegrenzung immer noch bei 18 Jahren liegt. Dieses Thema möchte sie im kommenden Jahr zusammen mit den anderen bayerischen Jugendverbänden angehen und für eine größtmögliche Partizipation Jugendlicher bei den Wahlen einstehen.

Umweltschutz und Nachhaltigkeit sind Themen, die zurzeit junge Menschen auf der ganzen Welt auf die Straße treiben. „Als junge Generation ist es unerklärlich, wie man als Gesellschaft so unverantwortlich wirtschaften und handeln kann“, sagt Paula Tiggemann in ihrem Bericht. Derzeit arbeitet eine Arbeitsgruppe an einheitlichen Qualitätsmerkmalen für ökofaire und nachhaltige Standards bei Freizeiten und Projekten. „Als junge Christ_innen müssen wir unsere Verantwortung und Vorbildfunktion ernst nehmen“, fordert sie die Delegierten auf.

Christina Frey-Scholz
Öffentlichkeitsarbeit
30. September 2019