500 Jahre Reformation

Im Jahr 2017 feiern wir den Anstoß zur Reformation vor 500 Jahren. Wir als Evangelische Jugend in Bayern fragen deshalb: Was können wir heute noch von Reformatoren wie Jan Hus, Ulrich Zwingli, Johannes Calvin oder Martin Luther lernen? Lassen sich gesellschaftliche, politische oder kulturelle Parallelen von damals bis in unsere Gegenwart ziehen?

Gemeinsam wollen wir herausfinden, wo wir heute Reformatoren sein und Veränderungen mitgestalten wollen.

95 neue Thesen der Evangelischen Jugend in Bayern

Im Rahmen der Aktion "Reformation reloaded" hat die Evangelische Jugend in Bayern Jugendliche aufgerufen eigene Thesen zu erstellen und auf einer Onlineplattform einzutragen. Über 270 Thesen wurden eingestellt. In einem Abstimmungsprozess wurden die 95 wichtigsten Thesen gevotet und anschließend in 9,5 Themenfeldern gesammelt.

Die Thesen als PDF-Download:

95 Thesen (Sortierung 1-95)

Thesen eingeteilt in 9,5 Themenfelder

Thesen als Postkarten-Vorlage zum Ausdrucken

95 Thesen in 9,5 Themenfeldern:

Gerechtigkeit stärken

Gerechtigkeit stärken

Wir wünschen uns, dass die Schere zwischen Arm und Reich schrumpft, anstatt weiter zu wachsen.

Bildung darf nicht zum Privileg der Reichen werden! Gute Bildung muss allen, überall auf der Welt zugänglich gemacht werden!

Jeder Mensch dieser Welt sollte Zugang zu reinem Trinkwasser, Lebensmitteln und einer guten medizinischen Versorgung haben.

Wir fordern EINE WELT: Den Ausbau von fairem Handel, um Fluchtursachen zu bekämpfen.

Jedes Kind sollte das Recht haben, in die Schule zu gehen. Wenn es sich die Eltern nicht leisten können, sollte man sie unterstützen.

Wir fordern Chancengleichheit für Menschen mit Behinderung.

Wirtschaftliche und finanzielle Interessen sollten nicht über dem Wohl der Menschen stehen.

Gerechtigkeit ist, wenn alle Menschen gleich viel wert sind und jeder genug bekommt, um sorgenfrei leben zu können.

Wir fordern das Recht, seine Meinung frei zu äußern, für alle Menschen auf der Welt.

Kein politisches System darf durch Gewalt erzwungen werden.

Wir fordern Gleichberechtigung und Chancengleichheit für alle.

Wir fordern eine gerechte Gesellschaft. Wir wollen eine Welt ohne Gewalt und Ausgrenzung.

Wir sagen antisozialem Verhalten und Diskriminierung den Kampf an.

Wir fordern eine bessere Schulbildung und eine Förderung der Berufsausbildung.

Wir können und müssen mehr gegen Hunger und Armut tun.

Wir möchten in einer Welt leben, in der es keine Kriege gibt.

Wir fordern der heutigen Zeit angepasste Lehrpläne in den Schulen.

Friedlich zusammenleben

Friedlich zusammenleben

Wir wünschen uns eine Kirche, die zur Einheit von Christen und Christinnen steht und den Dialog mit anderen Konfessionen aufrechterhält und vertieft.

Wir wünschen uns mehr Anerkennung für unser ehrenamtliches Engagement, sowohl von der Gesellschaft als auch von den Personen, für die und mit denen wir arbeiten.

Wir wünschen uns eine Kirche, die sich weiter für Arme und Bedürftige einsetzt.

Wir wünschen uns für die Kirche der Zukunft Offenheit für alle Glaubensrichtungen und Ethnien, Miteinander und Ehrlichkeit, Individualität und Nähe zueinander, sexuelle Vielfalt und couragiertes Handeln, Hoffnung, mehr Akzeptanz, Friede und Toleranz.

Alle Menschen sollen willkommen sein, unabhängig von Religion, Herkunft, Geschlecht oder Hautfarbe.

Wir fordern Menschlichkeit vor Geld und Macht als erste Priorität.

Wir gehören als Christinnen und Christen zu einer Gemeinschaft aller Getauften – bedingungslos für alle, so wie wir sind.

Wir fordern mehr Menschlichkeit bei politischen Entscheidungen.

Niemand darf diskriminiert werden.

Es sollte nicht vom Äußeren eines Menschen auf sein Inneres geschlossen werden.

Wir sollten weniger Wert auf Geld, Ansehen und Erfolg legen sondern überlegen, was wirklich wichtig ist im Leben.

Wir wünschen uns mehr Austausch, Offenheit und Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Generationen innerhalb einer Gemeinde.

Die Kirche braucht Entscheidungsgremien, die die Altersstruktur unserer Kirche widerspiegelt.

Wir fordern mehr Zusammenhalt und weniger Egoismus.

Menschlichkeit ist der Schlüssel für ein ausgewogenes Leben miteinander.

Gottesdienst feiern

Gottesdienst feiern

Jugendarbeit wird immer wichtiger. Dafür brauchen wir ausreichend Ressourcen – Geld, Gebäude und Personal am richtigen Ort.

Es braucht eine qualifizierte Weiterbildung für Pfarrerinnen und Pfarrer, die mit Jugendlichen arbeiten – zum Beispiel JULEICA.

Hallo Kirche: Mach doch Deine Gottesdienste spannender und kreativer! Und trau Dich, von der gewöhnlichen Liturgie abzuweichen.

Jugend ist Kirche von heute und morgen – daher sollen Gottesdienste und Kirche für Jugendliche ansprechender sein.

Wir wollen Musik im Gottesdienst nicht nur mit der Orgel, sondern mit kirchlichen Bands.

Kirche muss dynamische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben, die es schaffen, Menschen zu begeistern.

Wir fordern junge und moderne Hauptberufliche, die der Jugendarbeit neuen Schwung geben und durch ihre Sympathie junge Menschen anregen, sich in der Kirche einzubringen.

Wir wünschen uns einen lebendigen und lebensfrohen Gottesdienst mit aktuellen Themen.

Wir fordern modernere und zeitgemäßere Lieder im Gottesdienst.

Wir wünschen uns Gottesdienste mit flexibleren Uhrzeiten, Abläufen und Inhalten.

Position beziehen

Position beziehen

Kinder brauchen Hilfe, Kinderarbeit darf keine Norm sein, Kinderrechte müssen eingehalten werden für jedes Kind in jedem Land.

Kirche soll sich nicht scheuen, schwierige Diskussionen aus dem Glauben herauszuführen und dadurch die Bedeutung der Bibel – mit all ihren Facetten und Widersprüchen – fürs Leben zu fördern.

Wahrer Friede entsteht, wenn wir uns für Gerechtigkeit einsetzen.

Wir fordern, dass die Würde des Menschen respektiert wird.

Stoppt Rassismus, integriert Flüchtlinge!

Wir wünschen uns, dass jeder zu seiner Meinung und seinen Interessen steht und nicht nur versucht, der Mehrheit zu gefallen und sich möglichst gut anzupassen.

Die Meinungsfreiheit in unserer Gesellschaft soll es ermöglichen, dass unterschiedliche Ansichten einem nicht zum Vorwurf gemacht werden und Hinterfragen möglich ist.

Wir fordern Akzeptanz und Toleranz und den Abbau von Vorurteilen und Ungerechtigkeiten.

Wir wollen uns an Luther ein Beispiel nehmen und uns trauen, gegen oder für etwas zu sein, ohne an die Konsequenzen zu denken.

Die Politikerinnen und Politiker reden zu viel und kümmern sich zu wenig aktiv um aktuelle Problemlagen.

Wir fordern ein schnelleres und härteres Vorgehen gegen extremistisches Gedankengut.

Wir wünschen uns eine Kirche, die öfter in die Öffentlichkeit tritt und auf christliche Werte und Toleranz aufmerksam macht.

Vielfalt annehmen

Vielfalt annehmen

Wir fordern Gleichberechtigung für die kirchliche Trauung von homosexuellen Lebenspartnern.

Kirche muss sich mehr öffnen und wirklich offen sein für Kinder, junge Menschen, Familien, Kirchenferne, Neugierige, Andersdenkende, bunte Vögel – einfach für jeden.

Kirchengemeinden müssen für die Ideen junger Menschen offen sein, damit Zusammenarbeit und die Integration der Jugend in die Gemeinschaft gelingen kann.

Wir wünschen uns eine Kirche, die mit offenen Armen Toleranz lebt und Vielfalt nicht nur zulässt, sondern fördert. Kirche soll ein Ort der Begegnung sein, der Mauern abbaut, anstatt sie zu errichten.

Wir fordern, dass Kirche verschiedene Angebote für jede Altersgruppe bietet. Nur so kann Kommunikation zwischen den Generationen langfristig besser funktionieren.

Der Wert eines Menschen darf nicht über seine Hautfarbe oder seine Herkunft definiert werden.

Christenheit heißt für uns: Eine Gesellschaft ohne Grenzen, dafür mit Toleranz und Nächstenliebe.

Wir wünschen uns eine offenere, unvoreingenommenere und weniger konservative Kirche.

Wir fordern mehr Akzeptanz, Toleranz und weniger Vorurteile. Niemand soll für seinen Glauben oder seine Überzeugung verurteilt werden.

Schöpfung bewahren

Schöpfung bewahren

Umweltbewusst leben heißt mehr Tierschutz, Fleischverzehr senken, Massentierhaltung verbieten, Ressourcen sparen, Regenwald schützen.

Energieträger wie Erdöl, Erdgas und Kohle sind endlich. Die Regierung und die Menschheit soll daher mehr auf erneuerbare Energien setzen.

Wir fordern mehr Läden, die nicht in Plastik verpacken!

Umweltbewusstes und umweltfreundliches Leben sollte sich jeder leisten können.

Lasst uns so auf unsere Umwelt achten, dass wir die Natur in ihrer Pracht und Schönheit noch so lange wie möglich erhalten und genießen können.

Wir fordern mehr Einsatz gegen Umweltverschmutzung und Klimaerwärmung.
Die Menschen sollen sich mehr für ihre Familien und die Umwelt interessieren und nicht nur für ihre Smartphones!

Es ist höchste Zeit, auf unsere Umwelt zu achten.

Tiere haben Rechte - Stoppt Tierquälerei.

BeteiligungsRäume schaffen

BeteiligungsRäume schaffen

Wir fordern einen stimmberechtigten Jugendvertreter im Kirchenvorstand.

Wir fordern mehr Mitsprache bei Entscheidungen, die uns und unsere Arbeit betreffen, sowie eine bessere Kommunikation mit Hauptberuflichen, um nicht vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden.

Wir wollen, dass die Konfirmandenzeit durch die Jugendarbeit gestaltet wird.
Kirche braucht Räume, um sich einzubringen.

Kirche muss die Möglichkeit für Diskussion, Partizipation und Dialog bieten.
Wir als junge evangelische Christen leben unseren Glauben frei. Unsere eigene Meinung soll Gewicht haben.

Wir fordern für Gemeinden ein breiteres Angebot an Jugendarbeit.

Wir fordern gelebte Gemeinschaft innerhalb der Gemeinde.

Demokratie gestalten

Demokratie gestalten

Politik muss transparenter werden, damit nicht über unsere Köpfe entschieden wird! Wir brauchen eine offene und nachvollziehbare Politik, keine geheimen Verhandlungen.

Wir fordern eine Politik für die Zukunft, nicht für die Bühne.

Es reicht nicht aus, die Jugend zu loben und sie nur anzuhören! Die Jugend muss Stimmrecht haben!

In Bildungsstätten sollte mehr über aktuelle politische Themen diskutiert werden.

Wir fordern die Politik auf, sich nicht von der Wirtschaft beeinflussen zu lassen.
Wir fordern den Abbau der Bürokratie in Deutschland.

Wir wünschen uns eine bewegliche und flexible Kirche, die Raum für Interaktion bietet.

Dialog fördern

Dialog fördern

Wir wünschen uns für die Zukunft mehr Vernetzung und Zusammenhalt auch dekanatsübergreifend.

Wir müssen Feindbilder aufbrechen, um den Menschen dahinter wahrzunehmen, zu verstehen und anzunehmen.

Wir fordern, dass das Aufeinanderzugehen gestärkt wird und Priorität in der Integrationspolitik haben muss.

Wir wünschen uns mehr Vernetzung und bessere Kommunikation über Gemeinde- und Dekanatsgrenzen hinweg.

Weitblick zeigen

Weitblick zeigen

Reformation ist eine Haltung. Reformation ist ein Prinzip. Reformation hält die Christentümer lebendig im Geist der Freiheit, der sich befreit weiß, weil er in Jesus Christus gegründet ist.

Kirche muss offen sein für Ideen und Mut haben, sich zu verändern.

Wir fordern langfristige Strategien und Planungen auf allen Ebenen.

Wir wünschen uns, dass Themen und ihre Konsequenzen zu Ende gedacht werden, auch wenn die Antworten unpopulär sind.

Aktionen und Veranstaltungen:

Übersichtskarte zu Aktionen und Veranstaltungen im Rahmen von "Reformation reloaded"

Veranstaltungen am 01.07.2017 sind mit einem "Luther" gekennzeichnet. Sollte eure Veranstaltung noch nicht dabei sein, dann schickt uns eure Planungen inkl. Link für mehr Infos an re-loaded[at]ejb.de

 

Internationales Jugendcamp: Reformation reloaded - here, there, everywhere

Internationales Jugendcamp: Reformation reloaded - here, there, everywhere

Herzliche Einladung zum Internationalen EJB-Jugendcamp vom 31.07. bis 07.08.2017 in Neukirchen! Ladet Eure Partnergruppen aus Europa oder Übersee ein, gemeinsam der Reformation zu gedenken. Und verbringt eine Woche Eurer Jugendbegegnung gemeinsam mit anderen Partnergruppen in Neukirchen.

Für detaillierte Informationen zum Jugendcamp "Reformation reloaded - here, there, everywhere" hier klicken.

Hier geht`s direkt zur Onlineanmeldung.

Bei Rückfragen:
Johanna Kluge
Projektstelle Internationale Projekte
0911 4304-231
kluge[a]ejb.de

Das Jugendcamp wird gefördert aus Mitteln der Lutherdekade Reformationsjubiläum 2017 in Bayern und aus Mitteln des Bayerischen Jugendrings zur Umsetzung des Kinder- und Jugendprogramms der Bayerischen Staatsregierung.


Weiterführende Informationen und Material:

Logo, Arbeits- und Werbematerial

Logo, Arbeits- und Werbematerial

Das aktuelle Material zu "REFORMATION reloaded - Wir schreiben Zukunft!" finden Sie hier

Materialbestellungen für Veranstaltungen am 01.07.2017 bitte bis spätestens 31. Mai 2017 aufgeben.

 

Logo als jpg-Datei hier herunterladen

Linksammlung als Arbeitsmaterial

Unterrichtsmaterial

Liedtext "Skandal um Käthe" entstanden auf der Kirchenkreiskonferenz Ansbach-Würzburg/Nord, Herbst 2016.

Planspiel zum Reformationsjubiläum, erstellt von der Evangelischen Jugend im Dekanat Hersbruck

Collage mit Luthersprüchen - Rückseite des zett-Kalenders 2017.

Druckvorlage für Buttons "Reformator/Reformatorin" (Dateigröße: ca. 7 MB)

"Luther rockt" Songcontest zum Reformationsjubiläum

"Luther rockt" Songcontest zum Reformationsjubiläum

Unser schon bekannter, animierter Martin Luther aus dem Clip "Reformation reloaded" kann nicht nur Thesen formulieren, sondern in seiner modernen Gestalt auch Gitarre spielen und die Bühne rocken. Im neuen Clip "Luther rockt" macht er es zum bayerischen Mottolied zum Reformationsjubiläum vor und lädt alle Musikinteressierten zur Teilnahme beim Songcontest des Popularmusikverbands und der Evangelischen Jugend in Bayern ein.

Hier gibt's das Video: "Luther rockt - Songcontest zum Reformationsjubiläum"

Beim Songcontest "Luther rockt" werden Lieder für vier verschiedene Themenbereiche gesucht. Teilnehmen können Laien und Profis mit Wohnsitz in Bayern. Pro Teilnehmer kann ein Song pro Themenbereich eingesendet werden. Einsendeschluss ist der 25. Juli 2017.

Die genauen Teilnahmebedingungen findet ihr unter www.popularmusikverband.de

Begleitend finden sechs Songwirting-Tage an verschiedenen bayerischen Orten statt. Interessierte können dort kostenlos einen Tag mit dem Autor des Mottoliedes des Popularmusikverbandes, Addi Manseicher, erste Schritte als Songwriter machen. Dort entstandene Songs können am Wettbewerb teilnehmen.

"Allein aus Gnade" von Addi Manseicher ist das bayerische Mottolied zum Reformationsjubiläum. Das Lied und Materialien gibt es unter https://www.popularmusikverband.de/

Wer war eigentlich... - Reformatorinnen und Reformatoren kurz vorgestellt

Wer war eigentlich... - Reformatorinnen und Reformatoren kurz vorgestellt

In unserer zett - Zeitung für evangelische Jugendarbeit stellen wir euch verschiedene Reformatorinnen und Reformatoren vor. Hier findet ihr die bisher erschienenen Artikel nochmal gesammelt:

Ansprechpartner

Reformation reloaded - Thesenaktion:

Ilona Schuhmacher, Referentin für Grundsatzfragen und Jugendpolitik
schuhmacher[a]ejb.de, 0911 4304-268

Sabine Otterstätter-Schmidt, Referentin für Ehrenamt
otterstaetter-schmidt[a]ejb.de, 0911 4304-282

Reformation reloaded - here, there, everywhere (Internat. Jugendcamp 2017)

Johanna Kluge, Projektstelle Internationale Projekte
kluge[a]ejb.de, 0911 4304-231

Öffentlichkeitsarbeit:

Christina Frey-Scholz und Daniela Schremser
0911 4304-284 oder -292
redaktion[a]ejb.de

 

Diese Seite wird fortlaufend aktualisiert.